Dr. Björn Paetow - Lösungsfokussierte Beratung und Kommunikation,lösungsfokussierte Therapie, Schwerte, Unna, Dortmund, Konfliktbewältigung,Konfliktberatung, Neuorientierung, Coaching, Einzelberatung, Paarberatung, Familienberatung, Lebenshilfe, Bad Salzuflen, Bielefeld Björn Paetow - Lösungsfokussierte Beratung und Kommunikation
Forschungen zur lösungsfokussierten Therapie/Beratung

Die Wirksamkeit des lösungsfokussierten Beratungsansatzes wurde und wird u.a. am Institut für lösungsfokussierte Kommunikation (ILK) in Bielefeld untersucht. Dort konnte beispielsweise von Dipl.-Psych. Frederic Linßen in einer Evaluations-Studie zur Effektivität der lösungsorientierten Therapie bei Angststörung gezeigt werden, daß sich durch die Therapie eine Verbesserung des subjektiven Änderungserlebens, der individuellen Kontrollüberzeugung und der interpersonellen Konflikte der Klienten erzielen ließ. Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich z.B. mit der Frage, welche konkreten Elemente der lösungsorientierten Kurzzeittherapie von den Klienten als hilfreich und weniger hilfreich eingestuft wurden; die Ergebnisse solcher und ähnlicher Untersuchungen zeigen bis jetzt, daß der Fokus auf Ressourcen und Lösungen (im Gegensatz zur Problemorientierung) in vielen Fällen eine effektive und geeignete Basis für positive Veränderungsprozesse zu sein scheint. In einer internationalen Multicenter-Studie wird zur Zeit ebenfalls die Wirksamkeit der lösungsfokussierten / lösungsorientierten Therapie evaluiert. Die spezifischen Ergebnisse dieser und weiterer Untersuchungen können am Institut für lösungsfokussierte Kommunikation auf Anfrage bei den jeweiligen Autoren zugänglich gemacht werden (siehe »
Links«). Weitere wissenschaftliche Texte und Einführungen zur lösungsfokussierten Beratung stellt Peter Kaimer von der Universität Bamberg auf seiner Internetseite zur Verfügung (siehe »Links«).


Schwerpunkte meiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit
im Kontext lösungsfokussierter Beratung

In meiner Dissertation, die ich an der Universität Bielefeld eingereicht habe, habe ich mich – ausgehend von der Analyse klassischer psychologischer, soziologischer und pädagogischer Identitätstheorien – mit der Möglichkeit der Rehabilitierung von solchen Identitäts- und Subjektivitätsmomenten auseinandergesetzt, die in diesen klassischen Identitätstheorien nicht genügend berücksichtigt wurden. Vor allem die Kontingenz, Offenheit und Bewegtheit („Nicht-Identität“ bzw. „Shunyata“) personaler Identität bzw. unserer individuellen menschlichen Existenz kommt in meiner Dissertation über die Thematisierung europäischer und indischer Philosophien in den Blick, um damit insbesondere auf vernachlässigte erkenntnistheoretische und ethische Entwicklungspotentiale im pädagogischen Diskurs aufmerksam zu machen. Diese Perspektive ist insgesamt letztlich auch für den beraterischen, insbesondere für den lösungsfokussierten Kontext relevant.

Mit der Anerkenntnis der Offenheit und Grundlosigkeit personaler Identität (sowie auch der Sprache, Intentionen etc.) ist u.a. allgemein zunächst die Notwendigkeit einer nicht-intentionalen, also nicht-zweckgerichteten Interaktionsstruktur impliziert, und zwar insofern auf seiten des Erziehers/Beraters (von außen) aufgrund der Bodenlosigkeit nicht mehr uneingeschränkt (expertenhaft und dualistisch) angegeben werden kann, was innerhalb der Intervention als verbindliches Ziel betrachtet werden sollte. Denn die Ziele und ebenso spezifische Lösungen (und gerade auch die Problemstrukturen) sind kontingent und folglich nicht unveränderlich. Sie können dann auch nicht (vom „Experten“) als überzeitliche Größen verallgemeinert oder hypostasiert werden, sondern in erster Linie nur von der betroffenen Person in einer konkreten historischen Situation selbst geltend bzw. dialogisch zugänglich gemacht werden.

In dieser Sichtweise kann so die Gleichwertigkeit der Akteure zwischenmenschlicher Beziehung und Kommunikation in den Vordergrund gestellt werden. Dieses allgemeine Verständnis ist dann eben nicht nur in pädagogischer Hinsicht für das Lehrer-Schüler-Verhältnis, sondern insbesondere gerade auch für das (ethische) Verhältnis zwischen Berater und Kunden hinsichtlich der Mobilisierung individueller Ressourcen und der Verstärkung des Selbstwirksamkeitserlebens auf seiten der Kunden von Bedeutung. Vor allem diese theoretische Perspektive, die von der Wechselseitigkeit und Gleichwertigkeit der Interaktionspartner ausgeht, bildet den Horizont meiner (lösungsfokussierten) Arbeit mit den Ratsuchenden. In dieser Sichtweise kann nicht mehr von einem uneingeschränkten (pädagogischen oder beraterischen) Expertentum und damit von der Notwendigkeit eines Ungleichgewichts in der Interaktion ausgegangen werden. Vielmehr ist hier dann eine kooperative Haltung gefordert, anhand deren sich der Berater auf die Seite des bzw. hinter den Klienten zu stellen versucht, um dessen eigene Lösungsimpulse und Maßgaben zu fokussieren und zu verstärken.

Die Dissertation mit dem Titel „Nicht-Identität als Bezugspunkt von Bildungsprozessen. Eine interkulturelle Studie zum Mahayana-Buddhismus aus erziehungswissenschaftlicher Sicht“ – in der u.a. auch die genannten Aspekte behandelt werden – ist auf dem Publikationsserver der Universität Bielefeld veröffentlicht worden und kann dort kostenlos heruntergeladen werden (siehe »Links«).




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